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Renntraining Teil II    

von / by Tom Golcher  http://communities.msn.com/TheZoiBoyz 
- pictures/Bilder by/von KC Thompson

Ich möchte die Leser daran erinnern, dass ich kein Experte für Hundeerziehung, Hunderennen, Hundegesundheit, Hundeentwicklung oder Hundeernährung bin. Ich freue mich jedoch, mein Schulungsprogramm, das unseren Barsois half, das Niveau ihres Erfolges zu erreichen, mit den Lesern zu teilen. 

Im ersten Teil dieser Serie „Renntraining“ (veröffentlicht in Europan Borzoi – Herbst 2000 Nr. 13. Oktober bis Dezember) kündigte ich an, dass sich dieser zweite. Teil mit Barsois von 7 bis 24 Monaten, mit Beweglichkeit, Muskeltraining, Geschwindigkeitstraining und der Einführung ins Rennen beschäftigen wird. Nach erneuten Überlegungen habe ich beschlossen, meinen Plan doch etwas zu ändern. So möchte ich in diesem Artikel über das Körpergefühl, Beweglichkeit, Kraft und Geschwindigkeit schreiben, und zwar für die Altersgruppe von 7 bis 15 Monaten. Diese Phase ist wohl die wichtigste im Training und der Ausbildung der Hunde und formt wahrscheinlich den Rennstil Ihres Barsois für den Rest seines Lebens. Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig das freie Spiel, besonders mit anderen Hunden ähnlichen Alters und Größe, für die Entwicklung von Körpergefühl, Beweglichkeit, Kraft und Geschwindigkeit ist. Es ist das wichtigste Alter für Training und Sozialverhalten Ihres Barsois.

Körperbewusstsein
Im Alter von 7 Monaten wächst Ihr Barsoiwelpe noch sehr schnell. Jetzt ist es an der Zeit, die Balance und das Vertrauen zum eigenen Körper zu erlernen. Ob Sie es glauben oder nicht, viele Hunde sind sich ihrer Hinterhand oder dessen, was die Hinterhand tut, gar nicht bewusst. Sie können ihnen helfen, sich ihres Körpers bewusst zu werden. Wenn Sie sich mit Ihrem Welpen beschäftigen, berühren Sie oft seine Hüften, die Rute, die Kruppe und die Hinterläufe. Verwenden Sie ein paar mal in der Woche für eine halbe Stunde eine Bandage aus Stoff, um die Hinterhand lose einzuwickeln. Nehmen Sie ein paar mal in der Woche ein altes T-Shirt und ziehen Sie es Ihrem Hund von hinten an, wobei Sie die Rute durch die Halsöffnung und die Hinterläufe durch die Ärmel ziehen. Das ist besonders hilfreich für Welpen, die ängstlich und etwas schüchtern sind. Es hilft Ihrem Welpen, sich der Bewegungen seines Körpers bewusst zu werden und zu lernen, wie sich der eigene Körper anfühlt. Ich bin überzeugt, dass ein Hund, der sich seines Körpers völlig bewusst ist, ein selbstbewusster Hund ist.  
 

Freies Spiel ist sehr wichtig

Geschicklichkeit
Ein Hund, der ein ausgeprägtes Körperbewusstsein hat und sich schon auf einige Bewegungsübungen konzentriert hat, wird manch einem tragischen Zusammenstoß mit einem mühelosen Sprung über das Hindernis oder den anderen Hund aus dem Wege gehen können. Sie mögen denken, dass Ihr Hund dies alles im freien Spiel selbst lernt. Das ist teilweise richtig, aber diese großen schlaksigen Hunde können aus einem zusätzlichen Training durch ihren Besitzer wirklich profitieren. Einfache Dinge, wie das Hinauf- und Hinuntergehen von Stufen, müssen geübt werden. Es wird auch hilfreich sein, Ihren Barsoi zu lehren, auf einen 50 bis 60 cm hohen festen Tisch zu springen und darauf kurz stehen zu bleiben.

Formelle Übungsstunden sind zwar nützlich, aber nicht unbedingt notwendig, um gute Ergebnisse zu erzielen. (Das Foto zeigt Ambassadors Vater bei einer formellen Übungsstunde.) Während meiner täglichen Spaziergänge suche ich nach Hindernissen, an denen meine ZoiBoys hinauf, hinunter oder daran entlang gehen können. Ich lasse sie über schmale, flache Oberflächen gehen, über Parkbänke springen und unter Zäune kriechen. Lassen Sie Ihre Fantasie walten. Nach einer Weile werden Sie merken, dass Ihr Barsoi alle Hindernisse, die Sie ihm anbieten, mit Freude annehmen wird. Je mehr Geschicklichkeit er in der Jugend lernt, desto besser ist er für das Erwachsensein vorbereitet.


DC Silkenswift Blaze of Chaos,LCM4, SC, SORC, SGRC (7-95) agility training.

Mit meinen ersten beiden Barsois gingen wir zum Üben in den Wald. Sie waren noch in dem Alter, dass ihr Wunsch, sich zu entfernen, noch nicht so groß war. Ich ließ sie laufen und über Holzstapel klettern. Sie sprinteten in nicht zu hoher Geschwindigkeit zwischen den Bäumen hin und her und lernten Haken zu schlagen. Sobald sie aber  zu schnell wurden, zu kühn und zu sicher in ihrem Können, hörten wir damit auf. Aber Achtung, der Wald kann ein gefährlicher Spielplatz sein. Wild, Jäger und andere Gefahren können ein ernstes Problem sein.

Kraft
Freies Spiel –  wieder die bestmögliche Übung für Ihren Welpen und, wie bei der Geschicklichkeit, kann Ihr Barsoi von einigen speziellen Übungen profitieren. Viele Besitzer ermuntern ihren Barsoi, mit den Vorderläufen auf ihren Schultern oder ihrer Brust zu stehen. Dies ist tatsächlich eine sehr gute Übung. Durch das lehren, es auf Befehl zu tun, bekommen Sie nicht nur die Kontrolle über das „anspringen“; Sie haben hier auch zwei ausgezeichnete Übungen. Die Hinterhand wird gedehnt und gestärkt. Um einen Schritt weiter zu gehen, hänge ich einen alten Socken oder einen Lappen verschieden hoch in Bäume. Das Spiel ist, hochzuspringen, um den Socken herunter zu holen. Diese Übungen stärken die Lende, die Bauchmuskeln und die Hinterhand. Um die Vorderhand, Nacken und Brust zu stärken, spielen wir „Tauziehen“. Hier wird wieder die Socke (siehe Renntraining Teil I), die den Hunden inzwischen sehr lieb geworden ist, festgehalten, während der Welpe versucht, sie zu bekommen. Sie müssen hierbei darauf achten, gerade soviel Widerstand auszuüben, dass der Welpe den Socken nicht bekommen kann. Wenn man zieht oder reißt, könnte man Schaden bei der Entwicklung von Zähnen und Kiefer verursachen. Aber vergessen wir nicht das freie Spiel.


Romashka's Aramis trainiert seine Hinterhand

Geschwindigkeit
Eines Tages werden Sie Ihren älter gewordenen Barsoiwelpen beim Spiel beobachten und feststellen, dass er ganz plötzlich durchstartet und schneller rennt als Sie es jemals gesehen haben. Ich nenne es „Turbo finden“. Barsois sind nicht automatisch schnell. Sie müssen erst lernen, in voller Geschwindigkeit in klassischem fliegenden Galopp zu laufen. Der Barsoi ist eine der seltenen Rassen, die tatsächlich eine Kraftreserve für den Kill bewahren. Durch dieses Merkmal wird manch ein unerfahrener Hasenzieher irritiert. Nicht alle Windhunde können dies. Einige Barsois finden niemals den „Turbo“. Aber es gibt einiges, was man tun kann, um es zu erreichen.


Silkenswift Ambassador "findet den Turbo!"

Wenn Sie die Anregungen aus „Körperbewusstsein“ und „Geschicklichkeit“ angewandt haben, haben Sie schon die Chance vergrößert, dass Ihr Barsoi den „Turbo“ findet. Er muss Vertrauen zu seiner eigenen Fähigkeit haben, den Körper zu kontrollieren, sonst wird er ihn nicht sozusagen „loslassen“. Zusammen mit den gewöhnlichen Spielen wie Ballwerfen oder Frisbee ist es die beste und sicherste Möglichkeit für unsere langnasigen Freunde, beim Rennen auf dem Coursing- oder Renngelände die Beute kontrolliert zu jagen. Wenn Ihr Hund ganz verrückt diesen Socken um Sie herum gejagt hat, dann sollte ihn das Coursing sehr schnell interessieren. Auf dieses Beutetraining werde ich noch in einem späteren Artikel näher eingehen. Wenn Ihr Barsoi im Alter von 7 bis 10 Monaten Interesse an der Beute zeigt, lassen Sie ihn kurze Sprints von 100 bis 150 Metern geradeaus laufen. Lassen Sie ihn nicht mehr als 2 Läufe an einem Tag machen, und es sollte mindestens 1 Stunde dazwischen liegen. Nach und vor jedem Lauf ist eine Aufwärm- bzw. Abkühlungsphase zu empfehlen. Aufwärmen und Abkühlen kann man durch 10 bis 15 Minuten zügiges Laufen erreichen. Bieten Sie viel Wasser an. Während der Aufwärm- und Abkühlphasen beachten Sie eingehend, wie sich Ihr Hund bewegt. Wenn Sie Schmerz oder Lahmheit vermuten, lassen Sie ihn nicht laufen. Vergewissern Sie sich vor jedem Einsatz, dass Ihr Hund schmerzfrei ist. Wenn der Hund Rennen mit Schmerz verbindet, könnten Sie es in Zukunft sehr schwer haben, einen zuversichtlichen und freudigen Renner zu trainieren. Sprinttraining sollte nicht mehr als einmal in der Woche stattfinden. Wenn der Barsoi älter und kräftiger wird, werden wir die Distanz und den Weg der Beute verändern, aber im Moment müssen Sie Geduld haben. 

An dieser Stelle möchte ich noch den Rennbahn-Typ erwähnen. Wenn Sie auf Sand trainieren, waschen Sie nach jedem Lauf gründlich die Pfoten, besonders die Zehen und die Krallen. Winzige Sandkörner könnten sonst in das Nagelbett eindringen und zu einer Entzündung führen. Die Grasbahn birgt eine andere Gefahr: Zu schnelles Abstoppen belastet bei Barsois jeden Alters, besonders aber den Jüngeren, sehr die Bein- und Schultergelenke. Die Sandbahn ist weich und wirkt abfedernd beim Stoppen, während die Grasbahn hart ist und keine Federung bietet. Auf einer Grasbahn sollte der Hasenzieher den Hasen kurz nach dem Ziel etwas beschleunigen, damit der Barsoi sieht, dass er gestoppt wurde und sich auf den Kill einstellen kann. Ein Hase, der zu kurz gezogen wird, veranlasst den Barsoi, ihn zu überlaufen und zu schnell zu stoppen und zu wenden.   


Tom und Ambassador auf der Suche nach dem nächsten Hindernis

Zu guter letzt kann man sagen, dass das Training niemals stressig, schmerzhaft oder langweilig werden sollte. Jede Art Training sollte Spaß machen, interessant und herausfordernd sein. Dann haben Sie eine gute Chance, dass Ihr vertrauter Begleiter erfolgreich sein wird. Je besser trainiert und vorbereitet der potentielle Rennhund ist, um so besser stehen die Chancen, das eine ernsthafte Verletzung auf der Bahn oder sonstwo vermieden werden kann.

The ZoiBoyz Racing Team
Tom, KC, and the Boyz
Silkenswift Ambassador
Ouragan des Princes de Kazan
Romashka’s Aramis
Silkenswift Bonne Chance