European Borzoi
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Renntraining Teil I    

von / by Tom Golcher  http://communities.msn.com/TheZoiBoyz 
- photos by KC Thompson

Aktuelle Erfolge auf Rennbahnen überall in Europa und die freundliche Bitte der Herausgeberin dieser Zeitschrift, Evelyn Kirsch, veranlassten mich, über unser Renntrainingsprogramm und unsere Methoden zu berichten.

Auf keinen Fall bin ich ein Experte in Hundeschulung, Hunderennen, Hundegesundheit, Hundewachstum oder Hundeernährung. Ich freue mich jedoch, unser Trainingsprogramm den Lesern dieser Zeitschrift zu erläutern, das unseren Barsois half, den jetzigen Stand ihres Erfolges zu erreichen. 

Die Trainingsmethoden, die wir anwenden wurden eigentlich nicht von KC und mir erdacht, uns leitete hauptsächlich das „hören“ auf Erfahrung; denen im Sport zuzuhören, die erfolgreich gewesen sind, ohne grausam zu sein und ihre Tiere zu misshandeln. Wir hörten unseren Konkurrenten zu, jenen, die mit anderen Rassen erfolgreich waren, und wir hörten auch auf die Züchter unserer eigenen Barsois. Wir sammelten auch so viel Information wie möglich über Ernährung und Wachstum. Aber an erster Stelle steht das allgemeine Wohlbefinden – physisch und mental – unserer voraussichtlichen Renner. Sie sind in erster Linie Familienmitglieder und erst an zweiter Stelle Rennhunde. 

Mein Ziel ist eine Serie von Artikeln für „European Borzoi“ zu schreiben, die die verschiedenen Phasen des Renn- und Coursingtrainings beschreiben. Das Training mit einem 8 Wochen alten Welpen unterscheidet sich stark von dem mit einem 6 Monate, 9 Monate alten oder 1-jährigen oder auch lizensierten Rennhund. Dieses Programm wird nicht genau auf jeden Barsoi passen, sondern es ist eine Beschreibung unseres Programms und ein Versuch, die Hintergründe zu demonstrieren.

Zuerst jedoch, was ist ein erfolgreicher Renn- oder Coursinghund? Ein erfolgreicher Renn- oder Coursinghund ist ein Hund, der regelmäßig und zuverlässig die Bahn oder das Coursing läuft, ohne seine Mitstreiter zu stören, der stets konzentriert ist, der in einer guten Kondition bleibt, die das Risiko einer Verletzung auf ein Minimum reduziert und der vor allem das „Spiel“ liebt. Erste Plätze, Titel und Bahnrekorde sind nicht erforderlich. 

Als erstes und vor allem soll ein erfolgreicher Rennhund Spaß am Rennen haben. Ihr Barsoi soll den Köder wollen, mehr als irgend etwas anderes. Nichts, weder Lärm, andere Hunde, andere Tiere, der Maulkorb, die Renndecke, der Startkasten noch alles andere unter der Sonne sollte wichtiger als der Hase sein. Vieles kann und wird auf der Bahn oder dem Coursingfeld schief gehen. Aber wenn es das Spiel ist, den Hasen zu fangen, können bleibende Schäden, durch Missgeschicke, vermieden werden. 

Die erste Regel, um Spaß am Rennen zu erhalten ist: Ihr Barsoi muss fit und selbstsicher sein. Ein Hund, der Schmerzen hat oder nervös ist, kann keinen Spaß haben und wird halbherzig oder gar nicht rennen. Wie erreichen wir also, dass unser Barsoi den Hasen mehr als alles andere will? Lesen Sie weiter und sehen Sie, was bei unseren „ZoiBoyz“ funktioniert hat.

Teil 1 handelt in erster Linie von Welpen, die weniger als 28 Wochen alt sind. Es ist sehr wichtig, in diesen frühen Wochen und Monaten vorsichtig zu sein. Junge Barsois benötigen ein ausgewogenes Verhältnis von Ernährung, Ruhe und Training. Zu viel von dem einen und nicht genug von dem anderen kann die Knochenentwicklung, die bei unserer Rasse länger als zwei Jahre dauern kann, negativ beeinflussen. Knochen, die zu schnell wachsen, können zu weich oder mürbe für einen Rennbarsoi werden und führen zu Schmerz- und Verletzungsanfälligkeit. Ich glaube, dass Genetik die Endgröße Ihres Barsois bestimmt. Langsameres Wachstum ist besser als schnelles Wachstum, weil die Knochen dazu tendieren, stärker und dichter zu sein. Richtlinien für dieses Gleichgewicht gehen über mein Wissen hinaus. Es reicht aus, zu sagen, dass das Gleichgewicht für jeden jungen Barsoi individuell abweicht.
Nichts ist besser für den jungen Barsoi als häufiges, natürliches und spontanes Spiel.

Vorzugsweise in offenen Flächen mit wenig Gefahren wie Löchern, Engpässen oder niedrige Zweige, um einige zu nennen. Durch offenes Spiel im Feld gewinnt man Stärke, Agilität, und Vertrauen. Ein junger Welpe möchte alle halbe Stunde 10 Minuten spielen. Den Rest der Zeit schläft er. Die meisten von uns können dieses nicht so ermöglichen, es sei denn man hat soviel Platz eingezäunt, dass wir ihn herumstreifen und spielen lassen können. Falls Ihr Platz begrenzt ist, machen Sie es dem Welpen trotzdem möglich, 4 bis 5 mal am Tag unter Ihrer Aufsicht zu spielen. 

Sobald Ihr Barsoi seine Augen öffnet und Interesse an allem zeigt, was ihn umgibt, können Sie damit beginnen, seinen Jagdinstinkt zu fördern. Ein alter Socken an einem Stück Schnur genügt. Spielen Sie damit, aber nur mit dem einzelnen Welpen, nicht mit dem ganzen Wurf. Dies ist wichtig. Jeder Welpe muss das Erfolgserlebnis haben, seine Beute zu fangen, in diesem Fall ein Socken. Wenn der ganze Wurf beteiligt ist, werden die dominanten Hunde erfolgreich sein und die anderen lernen zu warten, bis der Dominante sein Spiel beendet. Wenn ein weniger dominanter Welpe zuerst an den Socken kommt, könnte der dominante Welpe die Beute wegnehmen und den rangniedrigeren entmutigen in Zukunft als erster an die Beute zu gehen Rangordnungsspiele gibt es genug in normalem Spiel und ist der natürliche Lauf der Dinge. Aber beim Beutespiel sollte das nie passieren. Haben Sie schon einen Barsoi gesehen, von dem Sie wussten, dass er schnell ist, der einen langsameren Hund aber nicht überholt? Der langsamere Hund in Führung ist wahrscheinlich der dominantere. Das Beutespiel sollte nicht häufiger als zweimal pro Woche stattfinden. Danach sollte das Spielzeug aber verschwinden. Die Hunde lernen schnell, dass der Spaß beginnt, wenn das Spielzeug erscheint. 


Beutespielzeugspiel mit Ambassador


mehr Beutespielzeugspiel mit Ambassador


beim offenen Feldspiel in Niefern/D, von links nach rechts, Dimitri, Aruma, Aramis, Ninoska, Ouragan und Ambassador


Ambassador und seine Wurfgeschwister spielen Tauziehen, Zuhause beim Zwinger Silkenswift von Bonnie Dalzell MA, in Hydes, Maryland USA


Aramis beim Sprinttraining, beim "Komm zu mir" - Spiel

Mit etwa 4 Monaten sind die Knochen Ihres Barsois schon etwas stärker und sollten etwas mehr belastet werden. Achten Sie aber weiterhin darauf, die jungen Knochen nicht zu überlasten. Klinische Studien haben aber gezeigt, dass zuwenig Belastung, z.B. durch laufen, zu weniger Knochendichte führt, was das Verletzungsrisiko beim Rennen erhöht Der Socken kann für die nächste Trainingsstufe des Beutespiels weiter verwendet werden, falls noch etwas davon übrig ist. Wir benutzten eine mit Plüsch bezogene Spielzeugschlange mit einer Glocke an einem Ende. Wir befestigten sie an eine 2 Meter lange Stange mit einer 2 Meter langen Schnur. Eine Pferdepeitsche ist wirklich gut dafür geeignet. Die lange Stange deswegen, um das Spiel vom Menschen zu trennen. Der 4 Monate alte Junghund sollte nur an der Beute interessiert sein und nicht an dem Menschen am anderen Ende der Stange. 
Auch weiterhin sollte mit jedem Welpen einzeln gespielt werden. Die Übungsstunden sollten höchstens fünf Minuten und nur ein bis zwei Mal in der Woche stattfinden. Achten Sie darauf, dass der Junghund die Beute mehrmals fangen kann. Dann nehmen Sie es weg und verstecken es gut, wo der Junghund es nicht zufällig finden kann.

Eine weitere ausgezeichnete Übung, mit der man mit ungefähr 20 Wochen beginnen kann, ist das „Komm zu mir“ Spiel. Dieses Spiel fördert den Aufbau der Geschwindigkeitsmuskeln.

Man kann es sehr einfach spielen, wenn man zu zweit ist – ein „Freigeber“ und ein „Fänger“. Lassen sie den „Freigeber“ bei dem Hund bleiben. Die andere Person, der Fänger sollte die Bezugsperson des Hundes sein, sie hat auch die „Beute“ als zusätzlichen Anreiz. Diese Person sollte sich etwa 100 Meter entfernen und dann den Hund beim Namen rufen. Ermuntern Sie ihn freudig und bewegen Sie das Beutespielzeug. Der „Freigeber“ sollte nun den Hund mir begeisternden Ermunterungen laufen lassen. Wenn alles gut geht, wird sich der Hund über einen 100 Meter-Sprint mit einer Belohnung am Ende freuen. Er bekommt z.B. das Spielzeug und viele liebe Worte von seiner Bezugsperson. Kommt der Hund zum „Fänger“ und nicht zur Beute ist das in Ordnung, aber beginnen Sie sofort mit ihm zu spielen, bevor sie ihn loben und streicheln. Die Idee hierbei ist, das Spiel zu einer Jagd nach der Beute zu machen. Wieder wie vorher soll das Spiel nur ein oder zwei Mal die Woche stattfinden. Ein Sprint genügt, bis der junge Barsoi etwas älter und stärker ist. Wenn Ihr Barsoi älter und stärker wird, können leichte Varianten sich für den Hund (sowohl körperlich als auch geistig) vorteilhaft auswirken. Diese Variationen werden wir im 2. Teil behandeln. 

Teil 2 beschäftigt sich mit Barsois von 7 Monaten bis 24 Monate und behandelt Agility, Muskeltraining, Geschwindigkeitstraining und die Einführung ins Rennen. Ich werde auch zur Sprache bringen, ob man eher Rennen, Coursing oder beides wählen sollte. 

Tom Golcher und KC Thompson sind stolz vier sehr speziellen Barsois zu gehören, die liebevoll „ZoiBoyz“ genannt werden.
Silkenswift Ambassodor -- 2000 WM, 2000 EM, International Rennmeister
Ouragan des Prinzen de Kazan -- 1999 BW LRS, 2000 BRS, # 2 2000 WM, # 3 2000 EM
Romaskas Aramis -- Barsoi im Training
Silkenswift Bonne Chance- Barsoi im Training

 

Dieser Artikel wurde auch in "European Borzoi - Der Barsoi in Europa" Nr. 13 Seite 103 veröffentlicht.