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Feldprüfung mit Barsois in der Region Nizhny Novgorod, Russland

(ca. 400 km südöstlich von Moskau)

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eingesandt von Veronica Stettler/CH

Jeden Herbst gehen die Barsoi-Liebhaber und Züchter in ihrem bevorzugten Gebiet Pochinskovsky im Süden der Region Nizhny Novgorod auf die Jagd. Dieses Gebiet ist voller Charme: Endlose Felder rundherum – wie ein großer See – das ist Russland!

Wir befinden uns hier ganz in der Nähe des Ortes Bolshoe Boldino, in welchem der große russische Poet A. Pushkin lebte und wirkte.

In jener Zeit besaßen die Yermolovs, deren Name in ganz Russland bestens bekannt wer, dort ein Landgut. Einer von ihnen, Nikolay Petrowitsch Yermolov (er lebte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts), war ein leidenschaftlicher Jäger. Er trug maßgeblich zur „Formung“ des Barsoi bei. Von ihm stammt auch der erste Barsoi Zucht-Standard, der von den Russen achtungsvoll „Yermolovsky“ genannt wird.

In dem Dorf, in welchem die Jäger während der Jagd gewöhnlich ihre Unterkunft haben, befindet sich auch eine Pferdezucht mit vielen dort gezüchteten Pferden. Wer also reiten kann, wird auf dem Pferd zur Jagd gehen.

Von der ganzen Region kommen Jäger zur Feldprüfung, die von der Barsoi Sektion des Jäger- und Züchter-Clubs von Nizhny Novgorod jedes Jahr organisiert wird.

Die lokalen Jäger haben auch Barsois. Sie sind meist jung, haben jedoch bereits Erfahrung in der Arbeit mit Hunden. Alle Barsois sind dadurch, dass sie sich viel in den Feldern aufhalten, in sehr guter Kondition. Unser lieber Freund, Petr Polyachkov, dessen Gastfreundschaft wir beanspruchen durften, arbeitet in der Pferdezuchtanstalt. Wenn er in die weiten Felder hinausreitet, um die Pferde zu trainieren, sind seine vier Barsois stets mit dabei.

Die Jagdgesellschaft setzt sich aus ganz verschiedenen Leuten zusammen. Da gibt es Ärzte, Unternehmer, Journalisten, Künstler. Yuri Adrianov, ein Dichter aus Nizhny Novgorod, ist z.B. ein häufiger Gast hier. Die Ritte in der herrlichen Landschaft inspirieren ihn oft zu neuen Gedichten.

Sonniges Wetter, Felder voller Federwild, Hunde in Bestform, scharf auf Hasenjagd, all das trägt zur guten Stimmung aller Teilnehmer der Feldprüfung bei. Niemand fühlt Müdigkeit, obgleich 20 – 30 Kilometer pro Tag zurückgelegt werden.

Die Hasen springen auf, einer nach dem anderen. Ja, springen! Und die Hunde setzen ihnen nach. Die Hasen schlagen sich in die Büsche, doch die Barsois geben ihnen keine Gelegenheit, sich zu verstecken und zwingen sie, in die Felder zurückzukehren. Nach zwei/drei vergeblichen Versuchen zu entkommen, haben die Hunde gewonnen. Was für ein faszinierendes Schauspiel. Nicht nur die Besitzer der erfolgreichen Hunde sind glücklich, sondern alle sind erfüllt vom eben Erlebten. Solche Momente bleiben noch lange in Erinnerung.

Nach zwei Tagen Jagd sieht der Jagderfolg so aus: Von über 20 Hasen, die aufgekommen sind, konnten die Barsois drei erlegen – das ist normal. Nur erfahrenen Hunde in sehr guter Form erwischen einen Hasen. Bei dieser Art von Jagd gibt es keine verwundeten Tiere. Die Hasen haben eine gute Chance – entweder die Hunde (in der Regel zwei, maximal drei Tiere) greifen ihn oder er entwischt.

Doch einmal ist die Jagd zu Ende, die Jäger kehren mit ihren Hunden heim. Aber bald kommen sie wieder in die gastfreundliche Ecke dieser Welt, an diesen malerischen Ort, wo viele Hasen zuhause sind und russische Menschen ausgezeichnete Barsois züchten. Auf Wiedersehen, Freunde!....

Text: Natalia Adrianova, Richterin und Präsidentin der Barsoi Sektion des Jäger- und Züchterclubs von Nizhny Novgorod

Fotos: Nikolay Moshkov, Spezialkorrespondent der „Photo ITAR TASS“

Aus dem englischen übersetzt von Veronica Stettler, CH-Muttenz

Winterjagd 2000


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Feldprüfung in Nizhnii Novgorod 1998
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